Meine Werkbank
Zwischen 1948, Zahnarzt-Tools und 3D-Druck

Das Setup auf meinem Tisch ist ein ziemlich bunter Mix aus verschiedenen Welten. 

Neben ganz normalen, gekauften Silikon-Werkzeugen oder feinen Zahnarzt-Tools liegen hier die alten Originale vom Hafnermeister. Ich baue meine Tools auch selber - wenn ich für einen bestimmten Handgriff oder eine bestimmte Struktur einfach nichts Passendes finde, ich es kurzfristig brauche, um etwas zu probieren oder es mir halt zu teuer ist. 

Hier ist ein kleiner Blick auf die Tools, mit denen ich arbeite.

Biehlers  Nadel

Herkunft & Material: Die habe ich aus der alten Werkstatt von Meister Biehler erhalten. Ich denke, dass sie richtig alt ist - so Ende der 40er. Material - da bin ich unsicher - Knochen oder gar Elfenbein?

Einsatzbereich: Das ist mein absolutes Lieblings-Tool für alles Feine. Ich nutze sie, um Oberflächen schön glatt zu ziehen, meine Chimären nahtlos miteinander zu verschmelzen, oder um einfach per Hand direkt in Ton zu schreiben.

Handling: Das Coole an dem Teil ist, wie es sich anfühlt. Kein Vergleich zu modernen Werkzeugen aus kaltem Stahl oder Plastik. Das Material ist extrem glatt, wird beim Arbeiten richtig warm und gleitet mit einem ganz eigenen Widerstand über den Lederharten.

Biehlers Schlagbuchstaben

Herkunft & Material: Massiver Stahl, direkt aus der alten Werkstatt von Hafnermeister Biehler. Er hat damit früher seine Kachelofenfliesen signiert. An manchen Punzen klebt buchstäblich noch der Original-Ton aus den 80er Jahren.

Einsatzbereich: Hiermit stemple ich per Hand unsere AZ-Codes und Seriennummern.

Handling in der Praxis: Die Dinger sind extrem massiv. Man muss echt aufpassen und ein gutes Gefühl dafür entwickeln, die Lettern nicht zu tief in den lederharten Ton zu drücken. Es ist ein komplett analoger, wuchtiger Arbeitsschritt, der vielen Stücken eine unverwechselbare Identität gibt.

Alte Holzspatel

Herkunft & Material: Auch diese hölzernen Tools stammen original aus dem Biehlers. Das Holz hat über die Jahrzehnte eine wunderbare Patina entwickelt.

Einsatzbereich: Das sind meine Allrounder. Ich nutze sie zum Streichen, Glätten und für das grobe und feine Modellieren. Einige davon haben Kugelköpfe – die sind absolut perfekt, um die kleinen Vertiefungen und Aufhängevorrichtungen für meine Keramikeier in den Ton zu drücken.

Handling in der Praxis: Klar gibt es diese Werkzeuge heute auch noch zu kaufen. Ich habe natürlich auch neue davon hier liegen, aber ich arbeite fast nur mit den Alten. Die Spatel liegen durch die jahrelange Benutzung einfach perfekt in der Hand. Wenn ich damit an organischen Formen arbeite und so richtig im Flow bin – wie neulich beim Modellieren der Muschel – fühlt es sich fast ein bisschen so an, als würde der alte Meister das Werkzeug mitführen.

Selbstgebautes 
Lindenholz Paddle

Herkunft & Material: Das Holz stammt von einer Linde, die Jahrzehnte auf unserem Grundstück stand. Das Paddle habe ich zugesägt, glatt geschliffen und mit dem Brennpeter markiert. Zum Schluss wurde es noch leicht mit Leinöl eingelassen.

Einsatzbereich: Gebaut habe ich es ursprünglich für den Prototyp des Aschenbechers. Es funktioniert super, um den Ton in Form zu schlagen und glatte Flächen zu erzeugen.

Handling in der Praxis: Mittlerweile ist es eines meiner Lieblingstools. Da ich es exakt für meine eigenen Handgriffe gebaut habe, liegt es einfach gut in der Hand und macht genau das, was ich will.

Selbstgebauter 
Struktur Ball 

Herkunft & Material: Das Original zum Kaufen war mir verhältnismäßig viel zu teuer, denn die Herstellung ist extrem simpel. Ich habe eine Kugel aus feinem Ton geformt, einen Tag antrocknen lassen und die Oberfläche dann mit Kugelwerkzeugen gestaltet. Danach ging das Ganze in den Schrühbrand. Fertig.

Einsatzbereich: Ich nutze die Kugel, um meinen Objekten großflächige, ungleichmäßige Texturen zu geben. Dafür wird sie einfach über den etwas angetrockneten Ton gerollt.

Handling in der Praxis: Die Handhabung ist direkt und unkompliziert. Wenn ich den Ball über die Objekte rolle, drückt sich das Muster in den Ton und die entstehende Oberfläche sieht am Ende einfach richtig gut aus. Ein simples Tool mit starkem Effekt.

Zahnarzt und 
Chirurgen Werkzeug

Herkunft & Material: Die Tools habe ich mal bei der Auflösung einer Zahnarztpraxis abgestaubt. Hochwertiger, rostfreier Edelstahl, der ewig hält und stammt sogar aus der Region.

Einsatzbereich: Mit den feinen Spitzen und Klingen bin ich extrem vielseitig. Zum sauberen Entgraten, wenn ich mit Gipsformen arbeite, um ganz feine Schnitte oder detaillierte Oberflächenstrukturen in den Ton zu ziehen sind sie optimal.

Handling in der Praxis: Das filigrane Design macht sie perfekt für absolute Präzisionsarbeit. Wo die alten Holzspatel oder das Paddle aufhören, fangen diese Tools an.

Schaber vom Schwiegervater

Herkunft & Material: Diese Schaber habe ich meinem Schwiegervater abgezockt. Er hat damit als Krippenbaumeister die Oberflächen seiner Modelle aus Gips gestaltet. Ich glaube, er sucht die Dinger heute noch.

Einsatzbereich: Bei mir zweckentfremdet, aber ideal: Sie funktionieren perfekt als Schmiermesser für den weichen Ton und fürs Modellieren.

Handling in der Praxis: Absolut unkompliziert und effektiv. Sie machen genau das, was sie sollen, und bringen ihre eigene Historie mit auf die Werkbank.

Silikonlippe in Orange

Herkunft & Material: Ein normales Standard-Tool aus Silikon. Optisch und haptisch im kompletten Kontrast zu den historischen und natürlichen Werkzeugen.

Einsatzbereich: Optimal zum Glätten von Tonplatten, bevor ich sie in die Formen drücke oder anders weiterverarbeite. Um Tonreste an den Rändern der Eindrückformen zu entfernen ist es super geschickt.

Handling in der Praxis: Nach dem Ausrollen der Platten streiche ich damit über den Ton. Das nimmt die Oberflächenspannung aus dem Materia. Simpel, zweckmäßig und unverzichtbar.

Geht bald weiter...

Die Werzeugkoffer ist voll und weitere Tools warten darauf, hier vorgestellt zu werden. 

Als Nächstes knöpfe ich mir meine selbstgeschnitzten Griffe und frisch gedruckte 3D-Hardware vor.

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